TV-Kritik von „Akte D (1/3): Das Versagen der Nachkriegsjustiz“

Ein Film von Christoph Weber, Das Erste/ARD, 13.10.2014, 45 Min.

Wollte man das so noch einmal wissen? Ja, man wollte und sollte.
Und falls nachgeboren, wusste man vielleicht auch gar nicht, dass bereits 1949 die Unterscheidung zwischen „politisch einwandfreien“ und „nicht einwandfreien“ Bürgern abgeschafft und eine Amnestie für sog. „minderschwere Verbrechen“ erlassen wurde. Ebensowenig, dass in den 1950ern das 131er Gesetz die Rückkehr hochbelasteter NS-Beamten in den Staatsdienst legalisiert, für ehemalige Gestapo-Mitglieder eine Hintertür geschaffen wird und vormalige NS-Juristen in das Bundesjustizministerium Eingang finden. Welches sich daraufhin zur Hochburg einstiger Nazis entwickelt, die sich gegenseitig vor Strafverfolgung schützen.
Doch damit nicht genug: 1954 bietet ein Gesetz untergetauchten NS-Verbrechern die Möglichkeit, straffrei in die Gesellschaft zurückzukehren. Falls es trotzdem zu einer strafrechtlichen Ahndung kommt, gelten seit dem Ulmer Einsatzgruppen-Prozess von 1958 die Schuldigen nur noch als Befehlsempfänger und „Werkzeuge des Führers“ und dürfen fortan nicht mehr des Mordes angeklagt werden.
Die Liste setzt sich fort: Aus Beihilfe zum Mord wird Beihilfe zum Totschlag; letzterer unterliegt der Verjährung. Dem aufrechten Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gelingt es ab 1963 im Frankfurter Auschwitz-Prozess nicht, den Holocaust zum Verbrechen zu erklären. Er scheitert am Nachweis konkreter Einzeltaten; dieser obliegt den traumatisierten Überlebenden.
Als dann endlich 2009 gegen den Ukrainer John Demjanjuk zum ersten Mal ein Urteil ohne individuellen Tatnachweis ergeht, vernachlässigt die Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen die Ermittlungen gegen andere KZ-Wärter.
Das alles ist unbegreiflich. Das alles stimmt fassunglos.
Die Bilanz: Seitdem die Alliierten die Strafverfolgung von NS-Verbrechen der BRD-Justiz übertragen haben, sind von den über 500.000 Deutschen, die an Massenmorden und Tötungsdelikten mitgewirkt haben, nicht einmal 900 verurteilt worden.
Das Fazit: Wenn der Bock zum Gärtner wird sind Vetternwirtschaft und Vertuschung an der Tagesordnung.
Die Analogie zur Nachkriegs-Ärzteschaft drängt sich auf. Noch aus NS-Tradition heraus bildet nämlich auch der Ärztestand ein selbstverwaltetes System. So erklärt sich, dass in NRW bestimmte Facharztcliquen öffentlich-rechtliche Einrichtungen (Ärztekammer Nordrhein, KV Nordrhein etc.) mißbrauchen können, das Gebaren von befangenen Juristen protegiert und von politischer Seite geduldet wird. (Alles ist dokumentiert.) Hinter den Seilschaften stehen Kameradschaftsverbände, die gewährleisten, dass Einflusssphären seit dem Nationalsozialismus von Generation zu Generation erhalten bleiben. Monopole und Pfründe von Fachärzten und Pharmafirmen wurden abgesichert durch unwissenschaftliche Richtlinien („Diagnostik und Therapie des chronischen Müdigkeitssyndroms/CFS und verwandter Erkrankungen“), die aufgrund ihrer Allgemeingültigkeit einen Freibrief zur Verhinderung wirksamer Heilbehandlungen darstellen und bisher Millionen Menschen um Gesundheit oder Leben gebracht haben. Ganz im Geiste der von Ernst Klee aufgearbeiteten „Vernichtung unwerten Lebens“ durch „Herrenmenschen“. Und genauso wie einst NS-Ärzte und -Juristen, so kommen auch in NRW die Drahtzieher und Mitläufer zumindest bis dato (noch) ungestraft davon.

Could Anti-Inflammatory Drugs Block Early Progression of Alzheimer’s?

lerner.ccf.org:

New research points to inflammation within the brain as a critical contributor to neuronal abnormalities leading to Alzheimer’s disease (AD) and suggests that early and prolonged treatment with common nonsteroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) could block this inflammation before the disease establishes itself.

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Virus versus Immunsystem – Stirb an einem anderen Tag

scinexx.de:

Jeder Mensch kämpft täglich erfolgreich mit Krankheitserregern, ohne dass er sich der komplexen molekularen Vorgänge dabei bewusst wäre. Wie in einem Hollywood-Streifen geht es rasant zur Sache. Ist das Immunsystem angeschlagen oder trifft es auf starke Gegner, kann eine Infektion binnen weniger Tage außer Kontrolle geraten und lebensbedrohliche Reaktionen hervorrufen.

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